Flensburg

Die Stadt an der Förde lockt mit viel Wasser, einer Rummeile, vielen Treppen und jeder Menge Flair.

Flensburg liegt in Deutschland ganz oben. Bier, Erotik und Punkte in der Verkehrssünderdatei sind typische Assoziationen. Doch Deutschlands nördlichste Stadt kann viel mehr. Mit ihren 95.000 Einwohnern ist Flensburg schon Stadt, bleibt aber sympathisch beschaulich. Im Hafen liegen modernste Luxusyachten neben historischen Großseglern. Enge Gassen und Kapitänshäuser treffen auf Shoppingmeile und Einkaufszentren. Und nordische Gemütlichkeit begegnet skandinavischem Lebensstil.

Von wegen Flachland

Wer sich Flensburg anschauen will, der sollte gut zu Fuß sein. Denn vom Wasser bis zum Stadtteil Westliche Höhe gibt es zahlreiche steile Straßen und Treppen zu meistern. Doch die Wege lohnen sich. Von der Norderstraße zweigt die Marientreppe mit 153 Stufen ab und belohnt mit einem fantastischen Ausblick. Und auch die St. Jürgentreppe auf der gegenüberliegenden Seite gipfelt in einen wunderbaren Ausblick. Einen Panoramablick über den Hafen und die Innenstadt offeriert auch der Ausguck im Volkspark.

Die Hafenspitze: frisches Mitein- ander und alte Kutter

An der Hafenspitze, die direkt an die Altstadt grenzt, treffen sich Einheimische und Touristen zum gemeinsamen Klönen und Verweilen. Von hier aus starten auch die Ausflugsschiffe zu Fahrten auf der Förde oder nach Dänemark. Ein Muss für Seeleute aber auch für Landratten ist der historische Hafen, wo es ein einmaliges Ensemble historischer Segel-, Motor- und Dampfschiffe zu entdecken gibt. Vom 12. bis 14. Juli 2019 lockt das zweijährlich stattfindende Dampf Rundum, das größte Dampfertreffen Europas. Ein leckeres Fischbrötchen gehört dazu. In der Museumswerft werden aus privater Initiative alte Schiffe restauriert, gebaut und gefahren. Maritime Schätze wie die DAGMAR AAEN von Polarforscher Arved Fuchs haben hier angelegt. Von Mai bis Oktober sticht auch Flensburgs Wahrzeichen, der Salondampfer Alexandra, in See. Im Lüttfischerhafen liegt die Jollensammlung des Museumshafens, die zur Segelausbildung zur Verfügung steht. An der Schiffbrücke 39 erzählt das Flensburger Schifffahrtsmuseum die maritime Geschichte der Stadt. Vom 30. Mai bis 2. Juni 2019 wird der Museumshafen zur kunterbunten Flaniermeile, wenn es heißt: „Segel hoch!“ zur Rumregatta, dem größten Gaffelsegler-Treffen in Nordeuropa. Einmal im Monat findet sonntags zwischen 10 und 18 Uhr der Flensburger Fischmarkt statt.

Rumhäuser und Seemannskneipen

Flensburg ist die Stadt des Rums. Ab 1755 fanden Kolonialwaren wie Baumwolle und Tabak ihren Weg per Segelschiff von Westindien nach Flensburg. Vor allem Zucker und Rum gehörten zu den begehrten Importen aus der Karibik. In den Flensburger Zuckersiedereien und Rumhäusern wurden die Rohstoffe veredelt. Noch heute zeugen viele prächtige Kontorhäuser und Kaufmannshöfe in der historischen Altstadt von dem Reichtum, den Flensburger Reeder und Kaufleute im Überseehandel erwirtschaftet haben. In der Blütezeit des Rums gab es in Flensburg über 200 Rumhäuser. Heute sind es noch zwei, die die Tradition weiterleben lassen: das alteingesessene Rumhaus Johannsen in der Marienstraße und das Wein- & Rumhaus Braasch in der Roten Straße mit eigenem Rum-Museum. Die „Rum & Zuckermeile“ führt auf einer rund drei Kilometer langen Tour zu den Spuren des Erbes aus der Kolonialzeit. An 20 denkmalgeschützten Stationen weisen kleine Schilder mit Zuckerhut oder Rumfass auf den geschichtlichen Hintergrund hin. Ein Faltblatt sowie ein Audiowalk in deutscher und dänischer Sprache sind im Schifffahrtsmuseum Flensburg erhältlich. Wer die maritimen Sehenswürdigkeiten der Stadt auf einem Rundgang entdecken möchte, sollte dem Kapitänsweg folgen. Mit Steuerrädern markierte Bodenplatten kennzeichnen den knapp fünf Kilometer langen Weg, zweisprachige Schilder erzählen die Geschichten aus dem Seefahrerleben. Los geht‘s am Zollhaus.

Munteres Markttreiben

Flensburg besitzt zwei große Marktplätze. Der wohl älteste Marktplatz der Stadt ist der Nordermarkt. Der schöne Platz mit seiner historischen Bebauung ist nicht nur Postkartenmotiv, sondern auch beliebter Treffpunkt für Einheimische und Besucher. Essen, trinken und schnacken stehen hier auf dem Programm. Auf dem Südermarkt findet mittwochs und sonnabends der Wochenmarkt statt.

Shoppen mit Flair

Die Region um die Stadt an der Förde bildet die Brücke ins Nachbarland Dänemark. Kein Wunder also, dass man auch bei einem Bummel durch die Stadt allerorten skandinavisches Flair spürt. Die rund zwei Kilometer lange Fußgängerzone vom Nordertor bis zur Roten Straße lockt mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten. Hier finden sich Filialen beliebter Handelsketten ebenso wie kleine, inhabergeführte Läden. In zahlreichen Geschäften ist der Einfluss skandinavischer Designer nicht zu übersehen. Sehenswert sind nicht nur die Angebote in den Geschäften, sondern auch die Häuser selbst. In der hübschen Altstadt lassen sich noch viele Spuren der 700-jährigen Geschichte finden, denn die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört. Ein verblüffendes Straßenbild weist die Norderstraße auf: An quer über die Straße gespannten Seilen hängen etliche Paar Schuhe. 

 

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