Schlei & Kieler Bucht

Fjordfeeling und norddeutscher Charme

 

Schlei

Förde oder Fjord? Die Einord­nung der Schlei ist umstritten. Nach der gängigen Lehrmeinung handelt es sich bei der Schlei um eine Schmelzwasserrinne aus der Eiszeit. Und tatsächlich feh­len der Schlei die für einen Fjord typischen steilen Ufer. Davon abgesehen, dominieren rund um den Meeresarm pure Fjordidylle und skandinavisches Lebensge­fühl. Das abwechslungsreiche Revier, die traumhafte Landschaft, pure Entschleunigung und das maritime Serviceangebot bringen Schlei-Fahrer ins Schwärmen.

Fjordidylle aus der Eiszeit

Mit gut 40 Kilometern ist die Schlei Deutschlands längster Meeresarm. Er erstreckt sich von der Ostsee bis weit ins Binnenland und trennt die Landestei­le Angeln und Schwansen. Die Einfahrt von der Ostsee in die Schlei markiert die Lotseninsel bei Schleimünde. Am Ende der Schlei liegt die über 1.200 Jahre alte Wikingerstadt Schleswig mit dem Schloss Gottorf.

Das Wasser der Schlei ist Brackwasser, eine Mischung aus Salz- und Süßwas­ser, deren Salzgehalt Richtung Schleswig immer mehr abnimmt. Das Gesicht der Schlei wechselt während ihres Verlaufs mehrfach. Mal ist die Schlei eng wie ein Fluss, an ihrer schmalsten Stelle, der Mis­sunder Enge, misst sie gerade mal 135 Meter. Bei verhältnismäßig starker Strö­mung, einer kreuzenden Seilzugfähre und den regelmäßig passierenden Aus­flugs- und Linienschiffen ist hier Acht­samkeit gefragt. Dafür entlohnt die wun­derschöne Landschaft mit den hübschen Häuschen, die hier ganz besonders an skandinavische Fjordidylle erinnern. Nur wenig weiter ist die Schlei breit wie ein See: Bei Weseby öffnet sich das Gewässer zur vier Kilometer breiten Großen Breite. Ein guter Platz auch für Anfänger, um sich mit den Gegebenheiten ihres Bootes vertraut zu machen. Die Kleine Breite ist immerhin noch bis zu 2,1 Kilometer breit. Sie wird durch die Stexwiger Enge (280 Meter) von der Großen Breite getrennt.

Entschleunigung im Welterbe

Der einstige Wikingerplatz Haithabu und der Grenzwall Danewerk wurden 2018 zum Welterbe der UNESCO ernannt. Beide Stätten gehören zu den bedeu­tendsten archäologischen Zeugnissen Nordeuropas. In Haddeby vor den Toren Schleswigs zeigt das Wikinger Museum Haithabu eindrucksvoll, wie die Men­schen im Frühmittelalter gelebt haben. Bei einem Besuch der originalgetreu rekonstruierten Wikingerhäuser oder einem ausgedehnten Spaziergang rund um das Haddebyer Noor über den histo­rischen Befestigungswall der Wikinger­siedlung lässt sich in eine andere Zeit eintauchen. Entschleunigung, bewuss­tes Erleben und Nachhaltigkeit sind die Themen der Region. Gut ausgeschilderte Radtörns und Wanderwege führen vorbei an bäuerlichen Reetdachkaten und im Frühjahr durch gelbe Rapsfelder sowie durch die idyllischen Dörfer Angelns, wo auch der ZDF-Landarzt seine Fernseh-Pra­xis hatte. Am östlichen Schleiufer beginnt die Halbinsel Schwansen, die sich bis zur Eckernförder Bucht erstreckt. Die hüge­lige Landschaft, Naturstrände und Steil­küsten machen den Reiz der Landschaft aus. Imposante Güter und Herrenhäu­ser, die zum Teil noch von Adelsfamilien bewohnt werden, prägen die Region. Ein Juwel ist das denkmalgeschützte Reet­dachdorf Sieseby, das gut zehn Kilometer südwestlich von Kappeln liegt.

Kieler Bucht

Im Norden die dänischen Inseln, im Südosten die Insel Fehmarn und im Westen und Osten Schles­wig-Holsteins Küsten: Die Kieler Bucht ist ein weitläufiges Segel­revier, das viel zu bieten hat. Zur nördlichen Kieler Bucht gehört das Seegebiet von Schleimünde bis zur Eckernförder Bucht. Die Hafenstadt Eckernförde und das Ostseeresort Damp laden zu vielfältigen Entdeckertouren. Und natürlich gehört auch die Landeshauptstadt mit ihren zahl­reichen Häfen zu den Highlights. Die Kieler Förde führt bis weit in die Sailing-City hinein. Am Westufer der Außenförde locken der Olympiahafen Schilksee und das Strandbad Strande, am Ostufer lädt Laboe zum Festmachen.

Norddeutsch gelassen und frei

An der Kieler Bucht ist norddeutsche Gelassenheit zu Hause. Diverse Häfen bieten ausreichend Möglichkeit zum stressfreien Anlegen, an den weitläufigen Stränden ist Platz für jedermann, und Kreuzfahrtriesen gehören ebenso zum maritimen Bild wie urige Kutter, schicke Yachten und kleine Jollen. Selbst in der Landeshauptstadt Kiel bleibt man entspannt: Die Politik trifft man hier zwischen den Sitzungen beim Mittagssnack an der Kiellinie, im Sportdress an der Förde oder als begeisterte Zuschauer im Fußballstadion von Holstein Kiel oder in der Handball-Arena des THW Kiel. Tatort-Kommissare ermitteln auf ihre ganz eigene Art, und die Störche von Zweitligist Holstein Kiel schießen auch schon mal die Bayern aus dem DFB-Pokal. Wo also könnte man entspannter Segel setzen als hier, wo Dynamik und Gelassenheit so perfekt zusammenspielen. Das Miteinander, faire Wettkämpfe und eine entspannte Atmosphäre kennzeichnen auch die sportlichen Wettbewerbe der Kieler Woche. Kiel-Schilksee war 1972 Austragungsort der Olympischen Sommerspiele. Heute noch ist der dortige Yachthafen Stützpunkt der erfolgreichen deutschen Regattaszene. Aber auch an Land locken zahlreiche entspannte Ausflüge: Wo die Strander und die Eckernförder Bucht ineinander verschmelzen, befindet sich die Landzunge Bülker Huk mit dem auffälligen Leuchtturm. Die nahe gelegene Stohler Steilküste lädt zu faszinierenden Spaziergängen. Mit genussvollem Landleben, malerischen Dörfern und idyllischen Seen lockt die im Kreis Plön liegende Region Probstei. Hier hat bäuerliches Selbstbewusstsein Tradition: Im Gegensatz zu den adligen Güterdistrikten im Umland unterlagen die Probsteier Bauern nicht der Leibeigenschaft. Sie unterstanden dem Preetzer Kloster und blieben persönlich frei.

laboe

 

Tipp

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