Mecklenburg-Vorpommern

Weite See und vielfältige Schläge

An der Ostseeküste Mecklen­burg-Vorpommerns reihen sich die Urlaubsorte aneinander. Traditionsreiche Hansestädte, Seebäder und Naturschutzge­biete gehören zu den landseiti­gen Sehenswürdigkeiten. Aber auch, wer auf den Gewässern in Mecklenburg-Vorpommern unterwegs ist, braucht sich über Eintönigkeit keine Gedanken zu machen. Denn das Revier mit seinen Inseln und Halbinseln ist an Vielfältigkeit kaum zu überbieten.

Ob bei frischem Nord-West-Wind in der Mecklenburger Bucht vor Warnemünde, bei einer Umrundung der Insel Rügen, auf den inneren Seegewässern, dem Stettiner Haff oder in der geschützteren Bodden­landschaft – die Ostseeküste Mecklenburg- Vorpommerns bietet allerlei interessante Gewässer. Die offene Ostsee hält Heraus­forderungen für passionierte Segler bereit, gleichzeitig geben zahlreiche geschützte Buchten immer wieder die Möglichkeit zu Pausen. Weiße Strände locken nicht nur in den berühmten Seebädern zum unbe­schwerten Vergnügen. Das Binnenland punktet mit beeindruckenden Natur­schutzgebieten und zahmeren Gewässern. Mit den Hansestädten Wismar, Rostock und Stralsund liegen Perlen historischer Architektur auf der Strecke, die die Seereise durchaus zu einer Sehreise machen.

Von Hansestadt zu Hansestadt

Ein schöner, auch für Einsteiger mach­barer Mehrtages-Törn führt von Wismar nach Rostock. Nach Rostock ist Wismar die zweitgrößte Hafenstadt Mecklenburg-Vorpommerns. Die aufwendig sanierte Innenstadt mit den historischen Giebel­häusern, dem Rathaus und vielen weite­ren Sehenswürdigkeiten ist Weltkultur­erbe der UNESCO. In der Wismarer Bucht lockt die Insel Poel. Von Seeseite kom­mend, ist der Leuchtturm von Timmen­dorf gut zu sehen. Auch Boltenhagen hat mit einem fünf Kilometer langen Sand­strand, der imposanten Steilküste und der charmanten Bäderarchitektur gute Argu­mente, im drittältesten Ostseebad festzu­machen. Über Kühlungsborn mit seiner markanten Seebrücke und den endlos scheinenden Stränden geht es weiter gen Warnemünde, wo diverse Yachthä­fen Anlegemöglichkeiten bieten. Von dort sind es nur noch wenige Seemeilen bis zur Hansestadt Rostock mit historischem Stadtzentrum und eindrucksvollen Goti­schen Backsteinbauten.

Die Lagunenlandschaft vonFischland-Darß-Zingst

Im Norden und Westen das offene Meer, im Süden das Boddengewässer – so lässt sich die Lage der Halbinsel Fischland- Darß-Zingst kurz zusammenfassen. Die Außenküste ist ein beliebtes Revier für erfahrene Segler, zumal hier aktuell nur der Nothafen Darßer Ort angelaufen wer­den kann. Von Westen kommend, gelangt man über das Seegebiet Hiddensee über die Gellenrinne nach Barhöft und von dort in die Darß-Zingster Boddengewäs­ser. Der Bodden ist ein abwechslungs­reiches Gewässer, verlangt aber beson­dere Beachtung der Gegebenheiten und aufmerksames Navigieren. Aufgrund der zum Teil geringen Tiefe ist das Befahren nur für flachgehende Motorboote oder Jollenkreuzer angeraten. An den häufig engen Fahrrinnen herrscht teils starke Strömung. Dafür lockt eine Tour durch das ausgedehnte Gewässer mit diver­sen reizvollen Orten wie den Seebädern Prerow, Wustrow und Zingst. Besonders malerisch präsentiert sich das Künst­lerdorf Ahrenshoop. Im Sommer beein­drucken die traditionellen Zeesboote mit ihren charakteristischen rotbraunen Segeln auf verschiedenen Regatten in der Region. Sofern das Wetter es zulässt, belohnt ein Törn zum Ende der Segelsai­son mit einem ganz besonderen Natur­schauspiel. Denn im Herbst machen bis zu 60.000 Kraniche in den seichten Bod­dengewässern Rast.

Stralsund und rund Rügen

Ein Traum für alle Fans der Backsteingo­tik ist Stralsund. Mit seiner liebevoll res­taurierten Altstadt ist Stralsund UNESCO Weltkulturerbe und Teil der Europäischen Route der Backsteingotik und in jedem Fall einen Landgang wert, bevor der Törn durch die Meerenge Strelasund weiter nach Rügen führt. Mit knapp 600 Kilo­metern Küste mit vielfältigen Einschnit­ten und kleinen Buchten, den imposanten Kreidefelsen, dem Kap Arkona mit seinen Leuchttürmen und nah beieinander gele­genen Häfen verspricht Rügen Segelerleb­nisse der besonderen Art. Das Gewässer um Rügen ist überwiegend tief, das Navi­gieren erfordert aufgrund der sich je nach Wind schnell ändernden Strömungsver­hältnisse Aufmerksamkeit und ein gewis­ses Maß an Übung.

Greifswalder Bodden

Zwischen Rügen, dem vorpommerschen Festland und Usedom liegt wie eine Lagu­ne der Greifswalder Bodden. Wie auch das Gebiet Strelasund ist der Greifswalder Bodden als Europäisches Vogelschutzge­biet ausgewiesen und ein wahres Natur­paradies. Das leicht salzige Brackwasser des Boddens, das sich aus dem Wasser der Ostsee, des Flusses Ryck und des Pee­nestroms zusammensetzt, bietet Fischen wie Aalen, Barschen, Hechten und Zan­der ideale Lebensbedingungen. Auch hier besteht teils geringe Wassertiefe, das Fahrwasser ist unbedingt zu beachten. Unbeschwert geht es an den zahlreichen Sandstränden der Region zu. Das See­bad Lubmin bietet mit flachen Einstiegs­möglichkeiten ideale Voraussetzungen für Badevergnügen für die ganze Fami­lie. Reetdachidylle versprüht der maleri­sche Fischerort Freest. Die Orte auf und um Usedom sind beliebte Ausflugsziele, zur kleinen Auszeit lädt auch die Marina Kröslin mit ihrem Wellnessangebot. Die Hanse- und Universitätsstadt Greifswald bittet zum Landgang, um der Route der Backsteingotik zu folgen oder auf den Spuren von Caspar David Friedrich und Hans Fallada zu wandeln.