Smålandsfahrwasser, Seeland und Bornholm

Das Fahrwasser südlich von Seeland heißt Smålandsfarvandet (Smålandsfahrwasser). Es liegt zwischen Seeland, Lolland, Falster und Møn und verbindet den Großen Belt mit der Ostsee. Hier findet man eine ganze Reihe von Inselperlen. Der Øresund, ein vielbefahrenes Fahrwasser zwischen Seeland und Schweden, lädt zu tollen Segeltörns ein und hat viele spannende Städte zu bieten. Ist ein längerer Törn in Planung, dann kann man entweder nördlich um Seeland segeln oder weiter zum Großen Belt. Oder es geht hinaus auf die Ostsee nach Bornholm.

Im Smålandsfarvandet liegen viele kleine grüne Inseln, die scheinbar nur auf Besucher warten. Die größte Insel heißt Fejø und ist mit 450 Einwohnern auf 16 Quadratkilometern im Gegensatz zu den anderen Inseln gut besiedelt. Fejø ist bekannt für die fruchtbaren Obstplantagen – mit Birnen, Äpfeln und Pflaumen. Jedes Jahr im September bringen die „Birnenboote“ einen Teil der Ernte von Fejø nach Nyhavn in Kopenhagen. Eine Tradition, die nicht nur für den Handel steht, sondern auch Fejø als wunderbaren Ort zum Leben präsentiert. Die Insel Vejrø ist im Privatbesitz und unterscheidet sich deshalb von den anderen Inseln. Segler sind in dem modernen Hafen jederzeit herzlich willkommen, sollten sich aber darauf einstellen, dass die Preise etwas höher sind als in anderen Häfen. Femø ist vor allem für das alljährliche Jazzfestival auf der 11,5 Quadratkilometer großen Insel bekannt. Legendär ist auch das seit 1971 stattfindende Sommerlager nur für Frauen. Askø und Lilleø sind durch einen schmalen Damm verbunden. Hier gibt es Obstplantagen, ein relativ großes Ferienhausgebiet und ein kleines Dorf auf der Nordseite von Askø – und keinen Punkt, der über vier Meter über dem Meeresspiegel liegt. Die Inseln laden zu Fahrrad- sowie Wandertouren und purer Entspannung ein. Die Häfen sind klein mit angenehmer Stimmung, und die Segler helfen einander beim An- und Ablegen.

Wilde Tiere

Bandholm ist der größte Hafen auf Nordlolland und ist im Privatbesitz des nahegelegenen Guts Knuthenborg. Bandholm ist eine kleine Stadt mit gelben Fachwerkhäusern und einer Museumsbahn nach Maribo – gezogen von der ältesten, fahrbereiten Dampflokomotive des Landes. Die größte Attraktion der Stadt ist der Knuthenborg Safaripark. Hier leben 1.000 Tiere, die sich mehr oder weniger frei auf 400 Hektar bewegen. Knuthenborg ist somit Nordeuropas größter Tierpark. Durch den Park kann man mit seinem Auto oder aber mit dem Fahrrad (allerdings nicht bei den Tigern!) fahren.

Der Øresund

Der Øresund liegt zwischen Seeland und Schweden und wird von der Øresundbrücke, eine Hochbrücke mit einer Durchsegelhöhe von 55 Metern auf schwedischer und einem Tunnel auf dänischer Seite, durchkreuzt. Der südliche Teil des Fahrwassers ist recht breit, dagegen schlängelt es sich nördlich zur Brücke hin. Im südlichen Teil des Øresund liegt Køge in der Køge Bucht, eine schöne Segelgegend. In Køge sollte man unbedingt festmachen und die tolle Stadt und die schöne Natur genießen. Weiter nördlich liegt Kopenhagen. Hier gibt es zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Attraktionen. Es ist außerdem möglich in Flakfort, etwas weiter draußen im Øresund, festzumachen und das historische Fort, die grüne Natur und die frische Luft zu genießen. Im Hafen können bis zu 200 Boote festmachen. Nördlich von Kopenhagen liegen die Häfen im geschützten Fahrwasser. Der Øresund  ist ein vielbefahrenes Fahrwasser. Sicherheitshalber sollten man sich von den Routen der Container- und Kreuzfahrtschiffe fernhalten und sich außerhalb der markierten Fahrrinne aufhalten.

Weiter nach Westen

Ganz im Norden des Øresunds liegt Helsingør und das berühmte Kronborg Schloss. Diese spannende  und historisch ereignisreiche Stadt ist immer einen Besuch wert. Helsingør ist außerdem ein guter Hafen, um einen Törn in den Kattegat zu starten. Segelt man an Kronborg vorbei und ein Stück weiter nach Westen entlang der Nordküste Seelands, kommt man nach Gilleleje. Ein hübsches Fischerstädtchen mit wunderbarer Natur und einem aktiven Fischereihafen. Weiter entlang der Küste liegen die verträumten Städte Hundested und Lynæs geschützt auf dem Weg in den Isefjord.

Vielleicht bis nach Bornholm

Ein Besuch der östlichsten Insel Dänemarks, Bornholm, ist bei der Planung des Sommertörns eine Überlegung wert. Ganz klar: Der Weg ist weit, es kann sehr stürmisch und schwer werden, wieder nach Hause zu kommen, wenn der Westwind sich festbeißt. Aber es ist auch ein fantastischer Törn, und man kann bei guten Wettervoraussichten lossegeln. Bornholm hat 20 Häfen, zählt man Christiansø dazu sogar 21 Häfen, welche alle innerhalb kurzer Tagestörns zu erreichen sind. Sollen alle Häfen mitsamt der Attraktionen erkundet werden, sollte man mehrere Wochen dafür einplanen – zusätzlich zum Törn zur Insel. Plant man dann noch ein paar der hübschen schwedischen Städte auf dem Weg anzuschauen, ist man schnell bei einem dreiwöchigen Törn. Alternativ kann die Strecke von 90 Seemeilen von Kopenhagen nach Rønne natürlich auch in einem Stück gesegelt werden. Hierfür empfiehlt sich ein Törn über Nacht.

Tipps für den Segeltörn

Alle Brückensignale bekannt? Sind nicht alle Brückensignale und die Regeln, wie man eine Brücke auf dem Seeweg passiert bekannt, dann gibt es einen gut erklärten Guide auf sejlguide.dk oder in der App Sejlguide (nur auf Dänisch).

Gesperrtes Gebiet am Helsingør Hafen
Freizeitsegler und Angler auf See müssen wissen, dass es um den Fährhafen in Helsingør ein Sperrgebiet gibt, in welchem das Segeln sowie das Fahren mit anderen Wassersportgeräten und Tauchen verboten sind, da dort ein reger Fährverkehr herrscht.

Queren von Fahrrinnen

Es sollte gründlich geplant werden, wann und wo man den Weg der großen Pötte (Routen T, H und DW (tief)) durchqueren will. Die Route sollte am besten dort gequert werden, wo sie eher schmal ist. Der Verkehr aus beiden Richtungen ist zu beachten. Die Schiffe sind schnell (12-15 Knoten) unterwegs. Die Querung sollte im rechten Winkel erfolgen, gerne unter Motor. Ausweichmanöver sollten klar und deutlich (50-60 Grad Kursänderung) und mit ausreichend Vorlauf durchgeführt werden. Ausreichend Vorlauf heißt nicht 100-200 Meter, sondern ein bis zwei Seemeilen oder mehr. Ist am Tag ein schwarzer Zylinder an einem Frachtschiff oder nachts drei rote Lichtern darüber zu sehen, dann ist das Schiff aufgrund seines Tiefganges behindert. Segler müssen also ausweichen, denn der Frachter läuft sonst Gefahr, auf Grund zu laufen, sobald er die Route verlässt. Sicherheit gibt ein eigenes AIS an Bord. Um die Geschwindigkeit und den Kurs der großen Schiffe im Blick zu haben, gibt es auch Smartphone-Apps, die die AIS-Informationen der großen Schiffe anzeigen.