Lübecker Bucht

Mit gesetzten Segeln zwischen Natur und Kultur

Die weißen Segel am blauen Horizont gehören einfach zum Bild der Lübecker Bucht. Kein Wunder – stetiger Wind, wenig Wellen und ganz viel Wasser: Hier sind Anfänger genauso gut aufgehoben wie mit allen Wassern gewaschene Seefahrer. An Land locken kilometerlange Strände, spannende Steilküsten, grüne Wälder und jede Menge Sehenswürdigkeiten. Inselfee­ling gibt´s auf Fehmarn, Kultur und Historie in der Hansestadt Lübeck.

Die Lübecker Bucht zählt zu den schöns­ten Segel- und Motorbootrevieren Euro­pas. Das Revier reicht von Fehmarn, Großenbrode und Heiligenhafen im Nor­den über Neustadt bis nach Travemünde und Lübeck im Süden. Bei meist ruhigem Wasser und ablandigem Wind lässt sich in dem überwiegend geschützten Gewäs­ser wunderbar segeln. Die Lübecker Bucht bietet das ideale Revier für Anfänger und Segelfreunde. Es gibt weder starke Strö­mungen noch gefährliche Untiefen – und in kurzen Abständen wartet ein sicherer Hafen. Insbesondere der westliche Teil der Lübecker Bucht mit der Hafenstadt Neustadt in Holstein sowie den Seebä­dern Großenbrode, Dahme, Grömitz, Pelzerhaken, Sierksdorf, Timmendorfer Strand, Niendorf und Lübeck-Travemün­de bietet eine Vielzahl an Yachthäfen, die sich wie auf einer Perlenkette aneinan­derreihen. Hier können Segler anlegen, sich ausruhen und sich verpflegen. Und natürlich Station für ausgiebige Land­gänge machen.

Hotspots für Wassersportler und maritime Events

Als Wassersportzentrum hat sich Neu­stadt in Holstein einen Namen gemacht. In der Neustädter Bucht erstreckt sich ein großzügiges Segel- und Surfrevier. Beson­ders der Strand von Pelzerhagen ist bei Surfern und Kitern beliebt und wird gerne schon einmal das „Hawaii der Ostsee“ genannt. Ein weiterer Hotspot für Was­sersportler ist Großenbrode. Mit der Tra­vemünder Woche findet in der Lübecker Bucht alljährlich im Juli die zweitgrößte Segelveranstaltung der Welt statt.

Echt steil: das Brodtener Ufer

Die Küsten in der Lübecker Bucht locken mit weißen Sandstränden, mit natürli­chen Dünen und mit imposanten Steil­küsten. Ein eindrucksvolles Naturerleb­nis ist ein Spaziergang am Brodtener Steilufer. Der vier Kilometer lange Küs­tenabschnitt zwischen Neustadt und Travemünde beeindruckt durch meter­hohe Kliffs und bizarre Formationen. Ein bequemer Wanderweg oberhalb des Steilufers zeichnet sich durch gute Begehbarkeit und traumhafte Panorama­blicke aus. Schwer begehbar, dafür direkt am Wasser, ist der Uferweg. Herabge­stürzte Bäume, Schwemmholz, Treibgut, Muscheln und Steine halten so manche Entdeckung bereit. Weite Teile des Brod­tener Steilufers als auch die circa 20 Qua­dratkilometer große Flachwasserzone vor dem Steilufer werden als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Die Steilhänge dürfen deshalb nicht künst­lich gesichert werden und sind dem Spiel der Natur ausgesetzt. Von den Landab­brüchen profitieren die umliegenden Küstenorte. Denn der Sand wird durch die küstenparallele Strömung zum Bei­spiel nach Travemünde gespült und ver­breitert dort stetig den Strand.

Die Vogelfluglinie: Tor nach Dänemark

Ein beeindruckendes Erlebnis für jeden Segler ist die Durchquerung der Feh­marnsundbrücke. Das imposante Bau­werk verbindet die Insel Fehmarn mit dem schleswig-holsteinischen Festland. Sie wurde als Teil der „Vogelfluglinie“ 1963 eröffnet. Die neue Strecke sollte eine direkte Eisenbahn- und Autobahnverbin­dung der beiden Großstädte Kopenhagen und Hamburg herstellen. Am Fährbahn­hof von Puttgarden auf Fehmarn legen die großen Fähren nach Rødbyhavn im dänischen Lolland ab. Das unterste Deck bleibt Zügen und Lastkraftwagen vorbe­halten. Seit einigen Jahren sorgt die Pla­nung einer festen Fehmarnbelt-Querung in Form eines Tunnels für Gesprächs- und Diskussionsstoff.

Hügel statt Wellen: die Holsteinische Schweiz

Aber auch an Land lässt sich viel entde­cken. Imposante Schlösser, stolze Herren­häuser und Gutshöfe laden zu einer Reise in vergangene Zeiten. Zahlreiche Fahrrad­touren bieten reizvolle Strecken durch die Landschaft Ostholsteins. Empfehlenswert ist zum Beispiel eine Tour durch die Hol­steinische Schweiz. Der größte Naturpark Schleswig-Holsteins erstreckt sich zwi­schen Lübeck und Kiel. Leichte Hügel, ausgedehnte Wälder und 200 Seen prägen die reizvolle Landschaft. Zu den Sehenswürdigkeiten gehören das Euti­ner Schloss, die Residenzstadt Plön und der Kurort Bad Malente. Berühmt ist die 5-Seen-Fahrt, die per Schiff von Malente nach Plön führt. Längs der Strecke laden bewirtschaftete Güter und Erlebnishöfe zur Pause. So haben sich auf dem Gut Panker kleine Galerien, Hofläden und Res­taurants angesiedelt. Während im Her­renhaus die Familie von Hessen wohnt, befinden sich auf der öffentlichen Anlage zahlreiche vermietete Wohnungen. Das traditionelle, 200-jährige Wirtshaus ser­viert bodenständige deutsche Küche aus regionalen Zutaten. Die süßen Seiten der ländlichen Region können Besucher bei selbst gebackenem Kuchen in schönen Landcafés und historischen Scheunen genießen.