Das Prinzip der Allgefahrenversicherung. Oder: Wie funktioniert eigentlich eine gute Yacht-Kaskoversicherung?

Schäden am eigenen Schiff kann man durch eine Yacht-Kaskoversicherung absichern. Die Allgefahrenversicherung bündelt dabei mehrere Vorteile. Wehring & Wolfes ist als Spezialmakler für Yachtversicherungen Experte und Berater für Segler und Motorbootfahrer. Rainer Kugler erklärt, was es damit auf sich hat.

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»An alles gedacht?« So fragen sich Skipper und Skipperin bei der Auswahl einer Yachtversicherung für das eigene Boot. Die Frage, die eigentlich ganz einfach klingt, entpuppt sich als größere Herausforderung, denn an »alles« zu denken, was einem mit dem Schiff im Wasser und an Land so widerfahren kann, stellt sich manchmal als schwieriger heraus, als zunächst gedacht.
Die Aufzählung versicherter Risiken ist uns aus den meisten Versicherungsverträgen bekannt. Solche Verträge beinhalten meistens eine Liste von versicherten Gefahren oder Ereignissen. Findet man im Schadenfall das eingetretene Ereignis auf dieser Liste wieder, so ist der Fall versichert.
Aber hier liegen auch schon die ersten Untiefen voraus: Gilt Wind bei 7 Beaufort schon als Sturm? Es hat gebrannt, aber war das wirklich ein Feuer im Sinne der Versicherungsbedingungen oder nur ein Schmoren oder ein Sengen?
Es besteht also auch die Frage, ob man alles verstanden hat, was unter den aufgezählten Risiken einer Versicherung gemeint ist. Eine Alternative zu Versicherungen mit (endlicher) Aufzählung »genannter Gefahren« stellt die Allgefahrenversicherung dar. Leider sind hier niemals wirklich alle Gefahren in einem Vertrag versichert. Aber folgendes Prinzip kommt zur Anwendung: Im ersten Schritt wird vereinbart, dass die versicherten Sachen, z. B. eine Yacht samt Ausrüstung und Inventar, gegen alle Gefahren versichert sind. Im zweiten Schritt werden Ausschlüsse formuliert, die den Versicherungsumfang wieder auf ein realistisches Maß eingrenzen. Versichert gilt also dann alles, es sei denn es wurde namentlich ausgeschlossen. Der Vorteil hierbei ist, dass man klar erkennt, was nicht versichert ist. Fragt man sich, ob eine bestimmte Gefahr versichert ist, muss man schauen, ob ein entsprechender Ausschluss besteht. Ist das nicht der Fall, besteht Versicherungsschutz. Und jedes Ereignis, das nicht ausgeschlossen wurde, ist versichert – und das kann so manches sein.

Die Umkehr der Beweislast

Die Allgefahrenversicherung hat neben einem sehr weit gefächerten Schutz auch juristisch einen wesentlichen Vorteil: Sie führt zu einer sogenannten Beweislastumkehr. Das bedeutet, dass nicht der Versicherungsnehmer im Schadenfall beweisen muss, dass eine versicherte Gefahr eingetreten ist, sondern der Versicherer muss beweisen, dass er nicht zur Leistung verpflichtet ist. Dies kann hohe Kosten verursachen oder gar unmöglich sein.
Ein vereinfachtes Beispiel: Der erst wenige Wochen alte Mast einer Segelyacht bricht bei mäßigen Winden plötzlich und unerwartet. Die glücklicherweise unverletzte Crew kappt in der Notsituation die Wanten, um eine Beschädigung des Rumpfes durch den Mast zu vermeiden, und dieser versinkt samt Segeln im 200 Meter tiefen Meer. Der Kasko-Versicherer lehnt die Entschädigung für den Mast ab – Begründung: Es muss sich um einen Materialfehler handeln, der beim Hersteller zu reklamieren sei. Der Hersteller wiegelt ab, verweist auf seine Qualitätskontrollen und schiebt weiter zum Spediteur, möglicherweise liege ein unbemerkter Transportschaden vor. Der Eigner müsste nun dem Hersteller den Materialfehler nachweisen oder dem Versicherer beweisen, dass es kein Materialfehler war oder dem Spediteur einen Transportschaden nachweisen. Keine schöne Situation, zumal der Mast nicht mehr vorhanden ist und kaum gehoben werden kann.
Im Falle einer Allgefahrenversicherung liegt der Fall anders: Mastbruch ist nicht ausgeschlossen – also ist der Schaden hiernach grundsätzlich versichert. Schäden aufgrund von Materialfehlern sind am unmittelbar betroffenen Teil ausgeschlossen. Den Nachweis dazu muss der Versicherer erbringen. Kann er das nicht, wie im vorliegenden Fall, so muss er leisten und den Mast ersetzen. Auch einen vermuteten Transportschaden müsste der Versicherer beweisen. Da der Mast nicht untersucht werden kann, ist dies schlicht unmöglich – Folge: wie oben. Anhand dieses Beispiels wird deutlich, dass die Umkehr der Beweislast einen erheblichen Vorteil für den Versicherungsnehmer darstellt.

Fazit

Die Formulierung der Ausschlüsse einer Yacht-Kaskoversicherung variiert von Anbieter zu Anbieter. Bei der Beurteilung des gebotenen Versicherungsumfanges sollte immer das gesamte Bedingungswerk berücksichtigt werden. Beratung durch einen Versicherungsmakler, der verpflichtet ist, die Interessen des Kunden zu vertreten, kann dabei eine große Hilfe sein.
Spezialmakler wie Wehring & Wolfes haben im Laufe von Jahrzehnten Versicherungsbedingungen entwickelt, die sich an den Bedürfnissen von Yachteignern orientieren und verlässlichen Schutz bieten. Hierbei setzt Wehring & Wolfes seit Langem auf die Vorteile der Allgefahrenversicherung.

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Rainer Kugler
Geschäftsführer Wehring & Wolfes GmbH


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