Unsere Hafenmeister in Damp

Orientierungspunkt und Entertainer

Sie sind Organisatoren, Reparatur-Ersthelfer, Kummerkasten und Touristenführer. Kein Hafen kommt ohne sie aus – ganz egal, ob sie 500 Liegeplätze betreuen oder 35 Liegeplätze. Fragen zu Hafen und Booten beantworten sie jeden Tag. In unseren Interviews erzählen sie auch einmal über sich.

Blog Hafenmeister 1

Interview: Kirsten Schultz

Der Yachthafen Damp ist aufgrund seiner günstigen Lage, der guten Infrastruktur und dem vielfältigen Freizeitangebot des Ostsee Resorts Damp bei Skippern sehr beliebt. Entscheidend zum Wohlfühlfaktor trägt die dynamische Hafenmeister-Crew bei, die auch für die Titelseite dieser Sejlerens-Ausgabe Modell stand. Sejlerens traf sich mit Hafenmeister Tim Schulze und seinem Mitarbeiter Ulli Dieckmann auf eine Tasse Kaffee.

Sejlerens: Den Beruf „Hafenmeister“ kann man nicht im Rahmen einer Ausbildung erlernen. Was muss man für diesen Job mitbringen?

Tim Schulze: In erster Linie die Liebe zum Wasser, handwerkliches Geschick und natürlich Kenntnisse im Umgang mit Booten, schließlich vertraut man uns hier auch erhebliche Werte an.

Sie segeln seit Ihrer Kindheit, sind gelern­ter Einzelhandelskaufmann und ehren­amtlich seit vielen Jahren bei der See­notrettung tätig. Ist „Hafenmeister“ Ihr Traumjob?

Tim Schulze: Auf jeden Fall, es gibt für mich keinen schöneren Arbeitsplatz.

Was sind die vorrangigen Aufgaben des Hafenmeisters?

Tim Schulze: Wir sind für Ordnung und Sicherheit im Hafen zuständig. Dazu bie­ten wir hier in Damp Full Service mit dem kompletten Programm vom Kranen über die Zuweisung der Liegeplätze, haben ein Auge auf die Boote, kümmern uns um das Wohl der Hafenlieger und helfen immer, wenn „Not am Mann“ ist.

Herr Dieckmann, Sie sind gelernter Groß­ und Außenhandelskaufmann, waren als Reetdachdecker und bei der Marine tätig und hatten sogar eine eigene Tauchschule. Ein echtes Multitalent also.

Ulli Dieckmann: Ich bin ein Mann der Pra­xis. Wenn mal eine kleine Schraube fehlt, greife ich einfach in die Hosentasche, für größere Reparaturen wie kaputte Ventile oder Ähnliches erreichen wir zuverlässi­ge Dienstleister auf kurzem Dienstweg. Das Yachtzentrum Damp mit Werftbetrieb und Reparaturservice liegt ja direkt auf dem Gelände.

Welche Rolle spielt der „Faktor Mensch“ bei der Arbeit?

Tim Schulze: Eine ganz erhebliche. Seg­ler­ und Motorbootfahrer sind ein beson­deres Völkchen. Darauf muss man sich einstellen. Wir achten immer darauf, dass die Steggemeinschaften gut miteinander harmonieren.

Ist der Hafenmeister eher Kumpel oder eher Respektsperson?

Ulli Dieckmann: Beides. Wir pflegen hier im Hafen das „Du“, schon aus der Nähe zu Dänemark, wo dieser Umgang gang und gäbe ist. Unsere Dauerlieger kennen wir seit vielen Jahren, und auch Gastlie­ger kommen immer wieder. Da hat man natürlich ein Vertrauensverhältnis aufge­baut.

Geht es da auch mal etwas rauer zu?

Ulli Dieckmann: Sagen wir mal so: Der Hafenmeister ist auch ein Orientierungs­punkt. Klare Ansagen sind wichtig. Das gilt an Bord ebenso wie an Land.

Stößt das immer gleichermaßen auf Ver­ständnis?

Ulli Dieckmann: Nicht alle Segler sind mit der Seemannschaft vertraut. Deshalb erschließt sich der Sinn unserer Regeln nicht für alle auf Anhieb. Wir erklären das dann aber gerne.

Was ist denn dafür ein typisches Beispiel?

Ulli Dieckmann: Wir bitten zum Beispiel darum, die Leinen an den Stegen und nicht am Boot zu belegen. Das hat den einfachen Grund, dass wir so im Fall des Falles von Land reagieren können und zum Beispiel im Fall eines stark sinken­den Wasserstandes schnell Leine geben können. Manchmal haben wir hier einen regelrechten Badewanneneffekt. Die Wet­terlage im Auge zu behalten, ist unser täglich Brot.

 

Blog Hafenmeister 1

Tim Schulze

Blog Hafenmeister 2

Ulli Dieckmann

 

Der Yachthafen Damp verfügt über 14 Stege mit 365 Liegeplätzen, davon 100 für Gastlieger. Woher weiß ich als Neu­ankömmling, welche Box ich ansteuern muss?

Tim Schulze: Freie Plätze sind durch rot­grün Beschilderung mit Reflektoren gekennzeichnet. In der Regel helfen wir aber auch beim Einweisen.

Können Gastlieger denn damit rech­nen, auch spontan einen freien Platz zu bekommen?

Tim Schulze: In der Hochsaison ist es bei uns oft ganz schön voll. Aber dann legen wir Päckchen oder finden sonst eine Mög­lichkeit. Weggeschickt haben wir noch nie jemanden.

Welcher Typ Wassersportler legt hier an?

Tim Schulze: Jeder Typ. Bei uns fühlen sich sowohl Segler als auch Motorbootfah­rer wohl. Besonders das für Hafenlieger vergünstigte Angebot des Ostsee Resorts stößt auf große Resonanz. Familien mit Kindern schätzen die Erlebnisangebote und das Entdeckerbad, jüngere Leute lie­ben die Events, die im Sommer fast täglich am Strand stattfinden. Viele bleiben auch für ein Wochenende und genießen die Wellnessangebote im Mare Mara oder das Schwitzhüttendorf.

Gibt es ein Ereignis, an das Sie sich beson­ders gerne erinnern?

Ulli Dieckmann: Da gibt es viele, hier ist ja immer was los. Besonders toll war aber ein Erlebnis mit einer Gruppe Segler aus London. Die wollten einen Törn rund um die Ostsee machen und kamen bei uns mit Motorschaden rein. Das Problem war, dass die einen Flieger erwischen sollten, um zu einer Hochzeit zu kommen. Wir konnten ihnen trotz Wochenende aus der Patsche helfen, sodass alle rechtzeitig auf der Feier waren. Das macht dann einfach Spaß!

Wie viele Sprachen sprechen Sie?

Ulli Dieckmann: Neben Deutsch verständi­gen wir uns auf Englisch oder auf Dänisch. Und natürlich auch auf Plattdeutsch.

Das Hafenbüro ist von 7.30 bis 18 Uhr besetzt und erster Anlaufpunkt. Was sind die gängigsten Fragen der Gäste?

Tim Schulze: Es gibt nichts, was wir nicht gefragt werden. Wir verstehen uns auch als Service­ und Entertainmentteam. Im Hafenmeisterbüro erhält man Lagepläne, Infos über Freizeitangebote, Veranstal­tungskalender, Antworten zu Seegebiets­fragen und vieles mehr.

Was sind denn Ihre persönlichen Tipps für die Hafenlieger?

Tim Schulze: Ich empfehle einen spritzi­gen Cocktail an der Strandbar BarBados oder einen Drink in der Gin & Cocktail­bar Hammaburg mit direktem Blick auf den Yachthafen. Für alle, die das Besonde­re mögen, ist das À­la­Carte­Restaurant Isfjord eine Empfehlung. Ulli Dieckmann (lacht):Wenn wir über gute Tropfen sprechen, sollten wir auch unsere Tankstelle mit C.A.R.E. Diesel erwäh­nen, der für spezielle Anforderungen ent­wickelt wurde und bis zu acht Jahre lager­fähig ist. Schließlich gibt es in Damp nicht nur für die Crew, sondern auch für die Boote Top­Qualität.

Im Sommer sind Sie oft auch nach den Öffnungszeiten des Büros im Hafen. Dazu kommt der Einsatz bei der Seenotrettung. Sehen Sie da überhaupt noch Freunde und Familie?

Tim Schulze: Wer mich kennt, weiß, er findet mich auf 54° 35’ Nord / 10° 016’ Ost.


Weitere interessante Artikel


Warum es immer häufiger knallt

zurück zur Übersicht