News aus der Hafenwelt 2019

Bei der Sejlerens-Recherche zu den News aus der Hafenwelt wurde schnell klar: Da ist Bewegung drin! An den Küsten wurde und wird nicht nur modernisiert und neu gebaut, auch der Service in etlichen Häfen wird erweitert. Kurz: Der Trend, Skippern und ihren Crews im Hafen ein Rundum-Wohlfühlpaket zu bieten, hält an.

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In großen Schritten Richtung Erlebnisurlaub

Text: Imke Voigtländer

Was die mehrjährigen Projekte angeht, lohnt sich unter anderem ein Blick auf den Yachthafen Burgtiefe auf Fehmarn. Hier geht es in Sachen Erlebnispromena­de in die nächste Runde. Nachdem 2018 unter anderem mit Uferbefestigung und Straßensanierung die Grundlagen gelegt wurden, soll bis Juni 2019 die Promenade zwischen Hafenmeisterbüro und Burger Segelvereinigung komplett neugestaltet werden. Angekündigt sind Grünanlage, Spielplätze, Schutzhäuschen und Grill­plätze. Die neuen Relaxliegen und die Grillstationen mit Sitzgruppen haben ihre Plätze bereits gefunden. Damit der Gemütlichkeit nichts im Wege steht, sind die Bauarbeiten in der Hochsaison stark eingeschränkt. Im September 2019 startet der Endspurt für die neue Yachthafen-Promenade. Bis Juni 2020 sollen weitere Grünflächen die umfangreichen Arbei­ten abrunden. Außerdem sind eine lange Sonnenuntergangsbank und ein 18,5 Meter hoher, barrierefreier Aussichtsturm geplant. Wer in Fehmarn anlegt, profitiert zudem von einem heißen Schietwetter-Angebot: Fehmarns Saunawagen macht von Mai bis Oktober Station im Yachtha­fen. Bereits im April 2018 eröffnete das neue Sanitärgebäude.

Beim Großprojekt „Priwall Waterfront“ am Passathafen in Travemünde sind ebenfalls die nächsten Zwischenziele erreicht: Anfang Februar dieses Jahres startete am Passathafen der Vertrieb der Passatvillen mit exklusiven Ferienwoh­nungen für vier bis acht Personen. Bis September sollen alle vier Villen fertig­gestellt sein. Insgesamt entsteht hier ein Ferienzentrum mit 1.500 Betten – ein Pro­jekt, das allein wegen seiner Größe nicht nur auf Begeisterung stößt. Die Priwall Waterfront ist aber auch ein nicht zu übersehendes Zeichen für den Trend, Segelur­laub und moderne Ferienwelten zusammenzudenken: Liegeplatz­gäste sind eben nicht nur Liege­platzgäste, sondern längst auch als potenzielle Ferienwohnungs­mieter, Freizeit-und Gastronomienutzer sowie Einzelhandelskunden ins Blickfeld von Stadtplanung und -mar­keting geraten.

Eine lange Diskussion soll nun in Pre­row ein Ende gefunden haben: Mit einer Finanzierungsentscheidung des Landes ist hier eine Ersatzlösung für den Nothafen Darßer Ort in Sicht – und damit auch ein guter Platz für einen Zwischenstopp auf Fahrten zwischen Warnemünde und Rügen. Ein bisschen gedulden müssen sich alle Skipper jedoch noch, denn das Hafen-Neubauprojekt am Ende einer befahrba­ren Seebrücke soll erst 2021 eingeweiht werden und im Frühjahr 2022 in den vol­len Betrieb gehen.

 

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Seh-Leute auf der neuen Promenade am Yachthafen Burgtiefe auf Fehmarn.

 

Maritimes Flanieren nach dem Törn

„Es geht los“, meldeten die Medien Anfang des Jahres für die Neugestaltung der Travepromenade. Das alte Asphaltband soll ab September dieses Jahres komplett zur maritimen Flanier­meile umgestaltet werden. Geplant sind zwei neue Plätze, drei Gastronomie-Neubauten sowie eine Treppe als Aufenthaltsort. Während die Promenade frisch gepflastert wird, soll vor dem denkmalgeschützten Schuppen des Lübecker Yachtclubs die alte Uferbefestigung aus Mauersteinen wieder zum Vorschein gebracht werden. Geplante Fertigstellung der Flaniermeile ist Juni 2020. Kurz: Wer lange nicht in Travemünde festgemacht hat, wird es an einigen Stellen kaum wiedererkennen.

Auch in Heiligenhafen wurden in den vergangenen Jahren die Ärmel hochgekrempelt: neue Promenade, Seebrücke in Yachthafennähe etc. Immerhin gilt es, einen hohen Anspruch zu bedienen, denn seit 2006 ist die Marina mit Platz für rund 1.000 Motor- und Segelyachten mit fünf blauen Sternen aus­gezeichnet. Mit der Saison 2019 kommen weitere Neuerungen: Voraussichtlich ab Mai können Gastlieger die Hafengebühr für eine Übernachtung per Smartphone begleichen. So können die Formalia auch außerhalb der Öffnungszeiten des Hafenser­vices erledigt werden. Ist der Buchungsvorgang abgeschlos­sen, bekommen die Kunden zusammen mit der Quittung die Zugangsnummer zum Sanitärgebäude. Apropos Sanitärgebäu­de: Im Herbst 2019 werden die Anlagen bei Steg 8 umgebaut. Es ist der Abschluss einer umfangreichen Modernisierung. Eben­falls im Herbst wird das gastronomische Angebot ausgeweitet: „Gosch“ errichtet ein Restaurant in Höhe von Steg 6.

 

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In der Marina Hohen Wieschendorf wird es demnächst eine Alternative zum Bordleben geben: schaukelfreie Unterkünfte in Hotelambiente.

 

Gute Nachrichten gibt es auch für Gastlieger in der Marina Hohen Wieschendorf in der Wismar-Bucht: Die Baugenehmi­gung für die geplanten Seglerunterkünfte auf dem Anleger ist da. Damit ist der Weg frei für zwölf kleine Appartements im ersten der drei Häuser. Wer nicht an Bord übernachten möchte, findet hier nach Abschluss der Arbeiten im ersten Obergeschoss schaukelfreie Unterkünfte in Hotelambiente. Ein Frühstücksangebot wird es im Erdgeschoss geben, wo schon jetzt das Restaurant Little Italy zu leckeren Auszeiten von der eigenen Kombüse einlädt. Die erforderlichen Arbeiten selbst werden den normalen Marina-Betrieb kaum einschränken, da es sich nur noch um den Innenausbau der Unterkünfte handelt.

 

Lecker und mit bequemer Nachtruhe

Eine Nummer kleiner geht es unter anderem in Grömitz zu. Hier wurde die Winterpause dazu genutzt, um zwei weitere Stege zu erneuern, sodass nun die gesamte Steganlage fit ist für die kommenden Jahre. Pünktlich zum Sommer dieses Jahres soll hier zudem ein neues Gebäude eröffnet werden, in dem Lie­geplatzinhaber große Sanitärräume mit Duschen und WCs im Obergeschoss sowie ein Familienbad und ein barrierefreies Bad im Erdgeschoss finden. Darüber hinaus haben ein Wäscheraum, eine Spülküche und öffentliche WC’s Platz in dem Neubau, eben­so wie die Büros des Yachthafenbetreibers und der Seenotretter. Sollte der Bau nicht im Zeitplan fertig werden, sollen hochwerti­ge Containerlösungen für Gäste bereitstehen. Auch die Zeit auf dem eigenen Boot wollen die Grömitzer ihren Gästen so kom­fortabel wie möglich gestalten. Wer keine Lust hat, selbst in die Kombüse zu gehen, kann sich daher ab sofort täglich von 17 bis 21 Uhr vom Hafenrestaurant beliefern lassen.

Kulinarisch hat auch Flensburg sein Angebot erweitert: Direkt am im-jaich Stadthafen Flensburg hat das Fischrestaurant Gosch Sylt eröffnet – mit wenigen Schritten sind Gastlie­ger am Fischbrötchenstand oder auf der Außenterrasse über dem Wasser an der Hafenspitze. Apropos Fischbrötchen: Ben Heinrich, Betreiber von Ben’s Fischbude auf der gegenüberlie­genden Hafenseite, hat in der einst legendären Küstenkneipe „Zum Störtebeker“ ein neues Hostel und Restaurant eröffnet: „Seemannsheim“ und „Hafenküche“ liegen direkt neben dem Schifffahrtsmuseum.

 

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Mehr Platz für mehr Gäste: Der Hafen Glowe auf Rügen wurde um 50 zusätzliche Liegeplätze erweitert.

 

Auf komfortable Nachtruhe für Gäste setzt auch Wismar: Bereits 2018 wurde der Ohlerich-Speicher neu eröffnet. In dem ehemaligen Getreidelager sind 48 Ferienwohnungen entstan­den – zum Teil mit Blick auf den Seehafen und die Wismar­bucht. Die zweite Runde zur Umgestaltung des Alten Hafens Wismar wurde im Herbst 2018 in direkter Nachbarschaft zum Speicher eingeläutet: Bis Sommer 2020 soll hier ein modernes Gebäude mit Restaurant, Gewerbe, öffentlichem Wellnessbe­reich, einer Sky-Bar mit Sonnenterasse und weiteren Ferien­wohnungen den Blick auf die Hafenspitze prägen.

 

Online, e-mobil und mit Handwerksservice

Was Hafenbetreiber längst wissen: Viele Segler surfen gern schnell – zumindest im Internet. Zahlreiche Häfen investieren daher auch in das WLAN. Als Folge einer konsequenten Ausrich­tung am Kunden haben unter anderem die Häfen in Kiel die hochleistungsfähige Versorgung mit WLAN weiter ausgebaut. Im Sporthafen Stickenhörn ist auch die Lebensmittelversor­gung bis direkt in den Hafen gesichert: Dort wird auch 2019 gemeinsam mit dem Partner EDEKA Fiedler die Lieferbox ange­boten. Mit dem Boot Kiel anzusteuern, soll sich zudem auch für Badeurlauber lohnen, denn mit Saisonstart soll eine Badestelle in der Innenförde eingerichtet werden. Als Ausflugsziel danach oder davor lohnt sich das 2018 eröffnete „Sandhafen“, eigenen Angaben nach Deutschlands erste komplett schwimmende Strandbar am Sporthafen an der Blücherbrücke. Zwar dürfen Boote nicht direkt am Sandhafen festmachen, kurz ein­haken oder langsam entlangfahren, ist aber möglich. Ab Mai soll es daher eine Art Drive-In geben: Segler haben zum Beispiel per QR-Code Zugriff auf die Speisen-und Getränke­karte, suchen sich etwas aus, bestellen – und bekommen die Lieferung zum Boot.

Im Yachthafen Rathje, ebenfalls in Kiel, liefen zu Redaktions­schluss die Abschlussarbeiten für den neuen Yachtshop. Außer­dem wurden die sanitären Anlagen der Marina auf den neu­esten Stand gebracht und auch gleich vergrößert. Wer vom Yachthafen aus Kiel erkunden will, kann sich übrigens ab dieser Saison e-mobil fortbewegen. Im März fiel der Startschuss für den Elektroautoverleih mit Aufladestationen vor Ort. Frischluftfreun­de können auch den E-Bike-Verleih in Anspruch nehmen oder für größere Einkaufstouren das E-Bike-Lastenrad leihen.

Zur Kundenbindung gehört zudem vielerorts ein Dienstleis­tungsangebot „rund ums Boot“ – und das möglichst in unmit­telbarer Liegeplatznähe. So hat unter anderem der Yachthafen Olpenitz seinen Service ausgebaut. Mit Start der neuen Saison finden die Gäste einen Bootsbauer und ein Reinigungsunter­nehmen vor Ort, die unter anderem fachgerechte Reparatur-und Ausbesserungsarbeiten am Boot, Innen-und Außenreinigung sowie Teakreinigung anbieten. Darüber hinaus stehen in dem Hafen seit dieser Saison drei Werfthallen als Winterlager zur Ver­fügung. Pünktlich zum Saisonstart ist zudem der neue Travellift (bis 100 Tonnen) einsatzbereit.

Mehr Platz für Boote, Autos und Grillfreunde

Auch „kleine“ Neuerungen bringen häufig große Verbesse­rungen, zum Beispiel im Hafen Glowe auf Rügen. Dort – in unmittelbarer Nähe zum kleinen Kap Königshorn, gegenüber dem Kap Arkona – wurde 2018 mehr Platz für „Kap-Urlauber“ geschaffen: 50 zusätzliche Liegeplätze (6 bis 11 Meter Länge) bietet der Hafen jetzt. Auch wer mit PKW oder Wohnmobil anreist, muss nicht lange nach einem Stellplatz suchen, denn mit der Hafenerweiterung wurden vor Ort zudem 50 Parkplätze gebaut.

Im Sportboothafen Norderney wurde Anfang April die Steg­anlage zu Wasser gebracht – mit den neuen, 63 Meter langen Betonstegen. Einen Monat zuvor stand die Erhaltungsbaggerung auf zwei Meter Solltiefe auf dem Arbeitszettel, und bereits im September 2018 wurde ein neuer Grillplatz eröffnet – mit Wind­schutz, Sitzgelegenheit und Blick auf Surfhafen und Watt.

 

Blog Hafennews 5

Der „Sandhafen“, eine schwimmende Strandbar an der Blücherbrücke, reiht sich seit 2018 in die Liste der lohnens¬werten Ausflugsziele in Kiel ein. Ganz neu: ein Drive-In für Segler.

 


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