Wenn ein 250 m langer Tanker vollbeladen Route T befährt, hat er vielleicht 100.000 Tonnen Rohöl an Bord und einen Tiefgang von 13-17 m. Dann ist es schwierig, die Fahrtrichtung zu ändern – und falls das Schiff aus der betonnten Route hinaus gerät, läuft es ganz einfach auf Grund. Als Sportsegler ist es gute Seemannschaft, dafür zu sorgen, dass die großen Schiffe einem niemals ausweichen müssen.

 

Gute Ratschläge

Planen Sie den Törn gründlich, so dass Sie wissen, wo und wann Sie die Routen der großen Schiffe – Route T, Route H und die Tiefwasserroute (DW) – passieren.

Eine der großen Routen so sollte an einer möglichst schmalen Stelle passiert werden. Kontrollieren Sie den Verkehr in beiden Richtungen und rechnen Sie damit, dass die Schiffe recht schnell sind – oft 12 bis 15 Knoten. Überqueren Sie die Route im rechten Winkel – am besten mit Motorkraft.

Es ist gute Seemannschaft, dass Sportboote so fahren, dass sie ‚Bei-nahe-Kollisionen‘ mit Handelsschiffen vermeiden und im Übrigen dafür sorgen, dass große Schiffe ihnen nie ausweichen müssen. Sorgen Sie dafür, Ausweichmanöver klar und deutlich vorzunehmen (50-60 Grad Kursänderung), und zwar rechtzeitig. Rechtzeitig bedeutet nicht 100-200 m, sondern am besten 1-2 Seemeilen und möglichst noch mehr.

Man sollte vermeiden, die Routen in Gebieten zu kreuzen, wo die Schiffe, die die Routen befahren, ihren Kurs ändern müssen.

Wenn Sie am Mast eines Handelsschiffes tagsüber einen schwarzen Zylinder und des Nachts drei rote Lichter übereinander erkennen, so bedeutet das, dass das Schiff durch seinen Tiefgang behindert ist. In diesen Fällen haben Sie unter allen Umständen die Pflicht zum Ausweichen. Das Schiff kann unter keinen Umständen die Route verlassen, ohne Gefahr zu laufen, auf Grund zu gehen.

Schaffen Sie sich eventuell ein AIS an, so dass man Kurs und Geschwindigkeit sowie Route der großen Schiffe erkennt. Dadurch wird es viel einfacher, das Kreuzen der Routen zu planen.

Vermeiden Sie, in einem Segelboot der Route zu folgen. Es gibt jede Menge Platz und Wasser außerhalb der Route.

Insbesondere wenn mehrere große Handelsschiffe in der Nähe sind, wird es sehr gefährlich, wenn die Sportsegler zu nah herankommen. Wenn auf beiden Schiffen ein Lotse ist, vereinbaren wir gegenseitig, wie wir einander passieren. Aber wenn sich gleichzeitig Sportsegler in den Routen befinden, wird es oft sehr viel komplexer.

Als Lotse denkt man manchmal, warum Sportsegler, die ja Urlaub haben – oft mit ihrer Familie – sich selbst in Gefahr bringen, indem sie dicht an die großen Schiffe heranfahren. In diesem Zusammenhang sind sie ja unter allen Umständen die ‚schwachen Verkehrsteilnehmer‘. 

Sportsegler sollten auch daran denken, dass nicht alle großen Schiffe einen dänischen Lotsen an Bord haben. Als dänischer Lotse kenne ich das Gewässer gut, wohingegen ein unerfahrener 3. Steuermann, der zum ersten Mal durch dänische Gewässer fährt, diese komplexen Situationen nur schwer beurteilen kann, wenn mehrere Handelsschiffe und Sportboote sich in den Routen begegnen. Dies könnte für die Sportsegler gefährlich werden.

Lotse bei DanPilot, Gustav Wain Bretton-Meyer

 

Als Sportsegler kann man unglaublich leicht über Stag gehen/ den Kurs ändern und wegsegeln. Ein 150.000 Tonnen großer Tanker braucht mehrere Kilometer, um den Kurs zu ändern.

Als Sportsegler kann man unglaublich leicht über Stag gehen/ den Kurs ändern und wegsegeln. Ein 150.000 Tonnen großer Tanker braucht mehrere Kilometer, um den Kurs zu ändern.

Die Segelsaison ist in vollem Gange, und wir erleben nicht selten Vorfälle, an denen Sportboote beteiligt sind, die in den Durchgangsrouten fahren – Route T, Route H und Tiefwasserroute (DW). 

Da die Handelsschiffe mit großem Tiefgang in den schmalen Fahr-rinnen nur sehr begrenzt manövrierfähig sind, gibt es täglich Zwischenfälle, die zu Unfällen führen können. Es sieht ganz so aus, als glaubten viele Sportsegler irrtümlich, dass die Regel Segel vor Motor auch für den schweren Handelsschiffsverkehr gilt.

DanPilot