Die Segler müssen die gute alte Navigation nach einer Papierseekarte beherrschen. Dann können sie sich später schnell mit den Instrumenten vertraut machen, heißt es übereinstimmend in den Segelschulen in Kopenhagen und Svendborg.

„Das Pensum für den Segelschein für Sportsegler umfasst guten, rele-vanten Stoff. Ich finde nicht, dass es geändert werden sollte. Ich halte es für wichtig, dass wir an der guten alten Form der Navigation festhalten, das heißt, dass die Segler eine Seekarte lesen und einen Kurs abstecken können und Seezeichen und Verkehrsregeln usw. kennen.

Ich unterrichte die Lehrgangsteilnehmer über den Kurs über Grund und die Geschwindigkeit, Abtrieb, den Kurs und über alle die Faktoren, die Einfluss auf das Segeln haben“, sagt Niels Poulsen, seit 10 Jahren Eigentümer und Betreiber der Svendborg Sejlerskole. Als Vertreter des Branchenverbandes der Privatn Segelschulen hatte saß er in einer Gruppe, die die dänische Seefahrtsbehörde (Søfartsstyrelsen) zusam-mengestellt hatte, um Anregungen für eine Revision der Ausbildung zu bekommen.

Seine Meinung zum Pensum des ursprünglichen Seglerscheins für Sportsegler ist eindeutig:

„Wenn die Lehrgangsteilnehmer die grundlegende altmodische Navigation gelernt haben, können sie sich schnell mit der Elektronik vertraut machen, die die meisten von ihnen in ihrem Boot einbauen. An der Svendborg Sejlerskole haben wir zwei Trainingsboote. Nur eins davon hat eine elektronische Seekarte an Bord, ganz einfach um die Grundlagen der Navigation im Blick zu halten.

Aber natürlich gehören alle neuen elektronischen Hilfsmittel und modernen Sicherheitsverfahren, die wir heute anwenden, auch zum Pensum. Sie sind ein natürlicher Teil des Stoffes für die Prüfung zum Seglerschein – dafür muss man den offiziellen Erlass nicht ändern.“

 

GPS-Fehler – Teil des Unterrichts

„Zum Pensum eines Seglerscheins gehört auch, dass man Waypoints auf einem Kartenplotter abstecken kann – dabei weise ich die Lehrgangsteilnehmer auf die häufigsten Fehler hin, die beim Navigieren nach dem Kartenplotter entstehen“, sagt Niels Poulsen:

„Der häufigste Fehler ist, einen Waypoint falsch abzustecken. Ein wei-terer häufiger Fehler ist, den Waypoint so weit entfernt anzusetzen, dass die Karte zoomt und Details wie Tiefenkurven, Untiefen und See-zeichen verschwinden.“

Niels Poulsen fügt hinzu, dass die meisten merkwürdigerweise Waypoints von Punkt zu Punkt /Boje zu Boje auf den normalen Routen abstecken.

„Das machen die anderen Segler genauso, so dass alle in derselben Spur segeln, auch die auf Gegenkurs. Dabei gibt es ein erhebliches Risiko, dass man wegen des großen Vorsegels schlechte Sicht hat und das große Motorboot nicht sieht, das genau in derselben Spur auf Gegenkurs auf einen zuläuft.“

 

Københavns Sejlerskole

Wir unterrichten nicht besonders ausführlich in Elektronik, weil wir glauben, dass Navigation auf einer Seekarte mit Kurslineal, Zirkel und Bleistift grundlegend ist. Der Strom kann ja ausfallen – und was dann? sagt Johnni Bahnsen, Schulleiter und Instrukteur der Københavns Sejlerskole. Er fügt hinzu, dass die Schule – natürlich – elektronische Seekarten an Bord ihrer Boote hat:

„Damit machen sich die Lehrgangsteilnehmer blitzschnell vertraut, und sobald wir sie einschalten, haben sie nur noch Blick für die Monitoren und vergessen, Ausschau zu halten.“