FALLS SIE HILFE BRAUCHEN: Wenn Sie auf See Hilfe brauchen, müssen Sie unter allen Umständen das Operationscenter der Streitkräfte (Forsvarets Operationscenter) alarmieren, das für die Seenotrettung in Dänemark zuständig ist. Dies kann über UKW via Lyngby Radio, per Mobiltelefon: +45 89433099 oder +45 72850000 geschehen. Beide Nummern sind rund um die Uhr besetz.
Bei Anrufen von Schiffen beurteilt das Operationscenter, ob es sich um eine echte Notsituation handelt oder ob nur Hilfe benötigt wird, um den nächsten Hafen zu erreichen. Das Operationscenter kann daraufhin eine eigentliche Rettungsaktion auslösen oder die Verbindung zu Helfern – darunter die DSRS-Stationen – herstellen .
Quelle: Værnsfælles Forsvarskommando – Operationsstaben

 

Die Dänische Seenotrettungsgesellschaft (Dansk Sørednings-selskab) rückt seit 11 Jahren aus, um Seglern beizuspringen, bevor es wirklich schief geht. Heute unterhält die Gesellschaft 10 Rettungsstationen. Dabei bleibt es bis auf Weiteres, um Ausrüstung und Ausbildung auf den neuesten Stand zu bringen.

Die Dänische Seenotrettungsgesellschaft (DSRS) konnte im letzten Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum als gemeinnütziger Verein feiern. Die DSRS hat inzwischen 10 Rettungsstationen in den dänischen Häfen – haupt-sächlich auf Seeland, Fünen und in Südjütland. 

„Unsere Stationen liegen vor allen Dingen dort, wo die offiziellen Küstenrettungsstationen nicht decken. Ca. 20 Prozent unserer Einsätze werden vom Operationscenter der Streitkräfte angefordert (früher SOK)“, erläutert Ole Lyngenbo, der Vorsitzende der DSRS. Er unterstreicht, dass die DSRS in keiner Weise ein Konkurrent der offiziellen öffentlichen Einsatzbereitschaft ist, sondern – mit seinen Worten – vorbeugende Seenotrettung leistet:

„Wir helfen in Situationen, die keine ernsthafte Notfälle sind – also Boote, die keinen Kraftstoff mehr haben, auf Grund gelaufen sind, den Propeller verloren haben, eine Havarie in der Takelung hatten oder den Motor nicht starten können, weil die Batterie leer ist. Situationen, die man in den meisten Fällen ganz undramatisch durch schnellen Beistand beheben kann, die sich jedoch umgekehrt auch zu einer Notsituation entwickeln können, wenn keine Hilfe kommt. Wenn das Gemeinsame Kommando der Streitkräfte (Værnsfælles Forsvarskommando, VFK) es für nötig hält, helfen wir z. B. auch bei Suchunternehmen, jedoch stets unter dem Kommando des VFK.“

 

Vorläufig keine weiteren Stationen 

Die DSRS plant, im Laufe der nächsten Jahre den größten Teil der inne-ren dänischen Gewässer mit insgesamt ca. 20 Stationen abzudecken. Im Moment werden jedoch keine weiteren Stationen eingerichtet.

„Wir haben viele Anfragen von Häfen, wo es Leute gibt, die gerne eine neue Station einrichten möchten. Der Vorstand der DSRS hat jedoch kürzlich beschlossen, dass wir zunächst Ausbildung, Kommunikationsgeräte und die Ausrüstung der Boot in den vorhandenen Stationen auf den neuesten Stand bringen, bevor wir weitere einrichten“, erläutert Ole Lyngenbo und fügt hinzu: „Das Prinzip ist künftig, dass wir 800.000 DKK „in der Hand“ haben müssen, bevor wir eine neue Station eröffnen. So viel kostet eine neue Station mit Einrichtungen an Land, Ausbildung, Boot und Kommunikationsgeräten.

Der nächste Schritt sind Stationen an der Ostküste von Jütland, darunter in der Bucht von Aarhus, im Limfjord u. a. m., so dass wir unser Ziel erreichen, in den inneren dänischen Gewässern landesweit vertreten zu sein“, verspricht Ole Lyngenbo.

 

10-30 Einsatzkräfte

In der Regel beteiligen sich 10-15 freiwillige Seenotretter am Betrieb einer Station. Einige Stationen haben 10 Freiwillige, andere 30. Die meisten Stationen arbeiten das ganze Jahr über, einige jedoch nur von April bis Mitte November. Die beteiligten Seenotretter vereinbaren selbst mit den Kollegen und dem Wachkommandanten, wann sie zur Verfügung stehen, so dass die Wachen mit Arbeit und Familienleben vereinbar sind. Laut Ole Lyngenbo gibt es keine festen Vorschriften, wie viele Wachen man übernimmt. Mehrmals im Monat halten die einzelnen Abteilungen Übungen ab. Das Erscheinen ist nicht Pflicht, aber es wird erwartet, dass die Seenotretter mindestens ein paar Mal monatlich teilnehmen, das Boot starten können, die Ausrüstung des Bootes kontrollieren und bedienen und Übung in der Navigation im Nahbereich – auch in der Nacht – haben.

„Jede Station hat einen verantwortlichen Leiter. Falls einer der freiwilligen Seenotretter über längere Zeit keine Wachen übernommen hat, fragt der Leiter sicher nach, ob der Betreffende noch interessiert ist. Vielleicht ist die Erklärung, dass der Mann hoher Arbeitsbelastung ausgesetzt ist und ein paar Monate etwas runterschraubt, und das ist natürlich in Ordnung. Wir haben z. B. Freiwillige, die im 14-Tage-Turnus auf Bohrplattformen arbeiten. Sie vereinbaren, dass ihre Wachen in den 14 Tage liegen, in denen sie zu Hause sind.“

Die Freiwilligen leben in der Nähe ihrer Station. Deshalb ist die Respons-zeit vom Alarm bis zum Auslaufen aus dem Hafen unter 20 Minuten.

Ein Umschlag

Die DSRS ist ein gemeinnütziger Verein, der von Freiwilligen betrie-ben wird. Die finanzielle Grundlage sind Beiträge der Mitglieder und Spenden von Privaten, Unternehmen und Stiftungen. Wenn ein Segler Hilfe braucht, rückt die DSRS aus – gleichgültig, ob das Boot Mitglied ist oder nicht. 

Wenn Segler direkt die nächste DSRS-Abteilung anrufen, so unterrichtet die DSRS automatisch Lyngby Radio und damit das Operationscenter der Streitkräfte – einerseits als Information, aber auch, damit das Operationscenter weiß, dass die Aufgabe gelöst wird, so dass nicht mehr Einheiten als erforderlich losgeschickt werden.

„Wenn ein Boot sicher in den Hafen gelangt ist und es sich herausstellt, dass der Segler nicht Mitglied unserer Gesellschaft ist, so händigen wir einen Umschlag mit Informationen über die DSRS aus, darunter die Aufforderung, sich über unsere Homepage www.dsrs.dk anzumelden oder die DSRS durch eine Spende zu unterstützen“, sagt Ole Lyngenbo:

„Wenn das Operationscenter der Streitkräfte in einer echten Not-situation die Dänische Seenotrettungsgesellschaft um Beistand ersucht, nimmt die DSRS – wie alle anderen Akteure – kostenlos teil und untersteht dem Kommando der Streitkräfte.“